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„rpg" ist nicht gleich „Kultur und Religion"

by Claudia Wälchli last modified 2010-05-10 15:47

Was ist der Unterschied zwischen den Angeboten des rpg und dem Schulfach „Religion und Kultur“?

„Religion und Kultur"
„rpg“ - kirchlicher Unterricht
Bis spätestens 2017 wird die Volksschule im Kanton Zürich das neue Fach „Religion und Kultur“ einführen. Es wird zum festen Bestandteil des Lehrplanes, d.h. alle Schüler und Schülerinnen - unabhängig von ihrer kirchlichen Zugehörigkeit - besuchen diesen Unterricht. Hier wird Wissen über Religionen und Kulturen vermittelt, die in der heutigen Gesellschaft präsent sind.

Bis 2012 erweiter die ev.-ref. Landeskirche Zürich ihren kirchlichen Unterricht in der Primarschulstufe, d.h. zum Dritt-Klass-Unti kommen die minichile (2. Klasse) und der Club 4 (4. Klasse) dazu. Diese Angebote finden je nach Gegebenheiten in schulischen oder kirchlichen Räumen statt. Die Durchführung liegt aber in der Verantwortung der Kirchgemeinden. Eingeladen werden hierzu die reformierten Kinder, die einen Einblick in das konkrete Leben „ihrer“ Kirchgemeinde erhalten. Leitend sind die beiden Stichworte  „kirchliche Sozialisation“ und „Ermächtigung zu mündigem Glauben“.
 „Religion und Kultur“ ist eine schulische Religionenkunde.
Der kirchliche Unterricht ist eine reformierte Heimatkunde.

Für geschichtlich Interessierte:
Die Volksschule ist ein Kind der Reformation. Zürich hat in dieser Zeit die Kirchen- und Klostergüter für Kirche, Schule und Armenpflege eingesetzt. Anstelle der Klosterschule für eine Elite wurde die Volksschule aufgebaut. Schon im 18. Jahrhundert gab es im Kanton Zürich eine kirchlich getragene, gut funktionierende Volksschule. Der Kirche war dabei insbesondere daran gelegen, dass auch Mädchen den Unterricht besuchen konnten. Der liberale Staat des 19. Jahrhunderts konnte die Volksschule dann sozusagen «übernehmen» und rechtlich verankern.

Dies alles zeigt, dass die öffentliche Schule in die Wirkungsgeschichte der Reformation gehört. Daraus erklärt sich das positive Verhältnis zur Volksschule und zur staatlichen Bildung, das die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich bis heute prägt.

Im Juli 2003 erklärte der Bildungsrat die «Biblische Geschichte» zum Freifach. Einzelne Schulgemeinden strichen sie aus dem Lehrplan. Ein überparteiliches Komitee, dem auch die Landeskirche angehörte, reichte im September 2004 die Volksinitiative für die Weiterführung des Fachs «Biblische Geschichte» mit über 50'000 Unterschriften ein.

Als Gegenvorschlag zu dieser Volksinitiative legte der Bildungsrat im Februar 2006 die Eckwerte für ein neues Primarstufen-Fach «Religion und Kultur» fest. Die Einführungs-phase wurde auf 2008–2017 angesetzt. Da der Gegenvorschlag die Anliegen der Volksinitiative aufnahm, wurde diese im März 2007 zurückgezogen.


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